
Alice Costelloe
Das zutiefst Persönliche trifft bei Alice Costelloe auf das universell Gültige, der Song-gewordene Tagebucheintrag auf die zurückhaltende Instrumentierung einer unabhängigen Bedroom-Producerin mit Feingefühl. Die britische Singer-Songwriterin tritt bis vor wenigen Jahren primär als eine Hälfte der Dream-Pop-Kombo Big Deal in Erscheinung, macht sich abseits davon aber ab 2022 auch mit Solo-Produktionen einen Namen. Zunächst nur unter Kennern der britischen Indie-Szene, mit EPs wie „So Neurotic“ (2023) oder „When It's The Time“ (2024) dann aber auch schrittweise in anderen Kreisen, in denen ihr träumerischer Art Pop Vergleiche mit Cate Le Bon oder Hannah Cameron hervorruft. Ähnlichkeiten sind zwar kaum zu leugnen, doch ist die Musik von Costelloe introspektiver, von einem gewissen Understatement geprägt, das ihre Songs emotionaler und irgendwie auch nostalgischer geraten lässt. Auf dem Debütalbum „Move On With The Year“ (2026) behandelt sie die schwierige Beziehung zu einem entfremdeten Elternteil, mit allen emotionalen Unwägbarkeiten, die dazu gehören. Dennoch findet sie eine ruhige, ja geradezu entspannte Weise auch mit diesem Themenbereich in Liedform umzugehen – und dabei Kraft zu spenden. Ein Talent, das ihre Qualitäten als junge, offenherzige Songwriterin demonstriert und Vorfreude auf ihren Gig bei uns weckt.