
Baran Kok
Ein schwuler Rapper, der Deutschrap von hinten neu aufzäumt? Was vor wenigen Jahren noch unvorstellbar war, kommt mit Baran Kok aus dem Stegreif im Zentrum der Szene an und sorgt für Begeisterung und Kontroversen gleichermaßen. Der queere Freiburger dreht mit sarkastischen Texten und einer Mischung aus Hardcore Raps, Electro sowie House den Spieß um und vergeht sich lustvoll am Klischee-Konsumenten der deutschen Hip-Hop-Landschaft - Trigger für verletzte Egos sind da ganz bewusst einkalkuliert. Und doch oder gerade deswegen: Tracks vom Kaliber „Herr Officer“ (2024) oder „AMG Kanake“ (2025) katapultieren Baran schon letztes Jahr in sämtliche Playlisten, die auch nur irgendetwas auf unangepassten, zeitgemäßen Deutschrap geben. Homophobie und Machotum dreht der unkonventionelle Sprachkünstler mit kurdischen Wurzeln gekonnt um und beansprucht seine Identität ebenso wie seinen Platz in der Gesellschaft mit derb überzeichneten Zeilen für sich. So prallen Sexpositive Lyrics und die Härte der Straße auf seiner Debüt-EP „Fag Life“ (2026) schonungslos ineinander und bringen letztlich etwas Neues zum Vorschein, das es in der Form hierzulande einfach noch nicht gegeben hat: druckvollen Rap, der stolz und selbstbewusst das eigene Schwulsein thematisiert. Perfekes Timing also, dass er diesen Sound im September bei uns auf der Bühne präsentiert.
Diese Veranstaltung ist zugänglich mit Reeperbahn Festival Ticket oder Spotlight On: Hip Hop Culture Ticket oder Reeperbahn Festival Conference Ticket.

