Portrait Bernstein
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Bern­stein

Concert
TimeTBA
LocationTBA
Concert
Indie
DE

Monochrom wie die minimalistischen Cover-Artworks ihrer Singles flimmert auch der Sound von Bernstein über divergierende Kanäle in unsere Gegenwart. Das Hamburger Trio zelebriert ominösen Post-Punk, der in Songs wie „Dis/Tanz“ oder „Schulterblick“ (2025) mit New Wave und Synthpop erotisiert und darüber hinaus eine merkwürdig kalte Atmosphäre beschwört. Mal mutieren die Tracks streckenweise zu gotischen Clubbrechern im Strobomodus, siehe etwa „Kaleidoskop“ (2024). An anderer Stelle extrahieren die Texte aus scheinbar alltäglichen Situationen existenzielle Wahrheiten über das menschliche Miteinander wie in „Paket Liebe“ (2024) – begleitet von Drum Machine und tanzendem Bass, surrenden Saiten und verlassenen Vocals. Doch egal was sie anfassen und besingen, alles wird grauer Himmel, durch den irgendwann die Sonne bricht. Das trügerische „Zwischenlicht“ scheint mit derselben Konsequenz sepiabraun gefärbt, wie das hier und da und dort dominante „Ego aus Gold“ (2026), das sich anschleicht und Überhand nimmt, bevor wir bemerken was kaputt gegangen ist. Es ist ein Sound für unsere Zeit, für das Dasein im Bauch dieser grauenhaften Maschine, aus der wir keinen Ausweg finden. Bernstein suchen ihn trotzdem und halten die Fackel hoch. Immerhin und immerzu.

 

Image: Valentin Noll
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