
The Boondocks
Schon seit ein paar Jahren dominieren The Boondocks die estnische Indie-Szene mit ihren muskulösen Grooves und einem Style, der das Beste aus gleich drei Welten vereint. Da wäre zunächst mal die dreckigen und ungemein wandlungsfähigen Gitarren, die sich auf Alben wie „Thriller“ (2016) oder „How To Build A Love Bomb“ (2018) irgendwo zwischen Garage Rock und Britpop aus den Boxen schälen. Darüber die charakteristischen Vocals von Villem Sarapuu, der ruhige sonore Passagen ebenso mühelos meistert wie kraftvolle Gefühlsausbrüche. Auf späteren Alben wie „Soup Can Pop Band“ (2021) oder dem letztes Jahr veröffentlichten „Silver Buzz“ (2025) paart das ambitionierte Quartett darüber hinaus auch noch Einflüsse von Coldplay über Muse bis zu frühem R&B und Post-Punk mit der Retro-Ästhetik güldener Film-Soundtracks. Im Ergebnis entfaltet sich so ein Kopfkino der besonderen Art vor dem inneren Auge, mit dem The Boondocks zu einer der interessantesten Bands im Estland der neuen Zwanziger herangewachsen sind. Bei uns seht ihr sie noch bevor der Hype endlich auch hierzulande einschlägt.

