
Calid
Bevor das historische Afghanistan durch Dekaden von Krieg und Korruption verwüstet wurde, gab es eine aktive Subkultur von Sängerinnen und Sängern, Songwriterinnen und Lyrikern in dem zentralasiatischen Land. Zwischen Erinnerungen an diese Zeit, den Inspirationen der afghanischen Diaspora und einer Lust an der Neuentdeckung vergessen geglaubter Traditionen heben Künstler wie Khalid Wardak die Musik der Nation aus ihrem kulturellen Koma. Mittlerweile in Hamburg ansässig, zelebriert er als Calid die minimalistische Neuinterpretation alter Skalen und Arten der Instrumentierung, die sich wunderbar in einen modernen Kontext übersetzen lassen ohne ihr historisches Erbe zu negieren. Mit nicht viel mehr als Stimme und Gitarre erschafft der Songwriter dabei eine besonders andächtige, ja geradeheraus selige Atmosphäre, in der es sich zu verlieren gilt – ganz egal wo, ganz egal wann. Die Debüt-EP „Nowroz 1405“ (2026) weist den DIY-Künstler jetzt schon als sensiblen Arrangeur dieser pastoralen Musik aus, mit der er im September bei uns für einen Abend voller Gänsehautmomente sorgen wird.

