
Clara John
Tanzen trotz Schmerzen, nach jedem Stolpern selbstbewusst noch etwas höher stapeln: der körperliche Indie-Pop von Clara John macht Mut fürs Leben und Bock auf mehr. Viel mehr. Aus dem Westerwald sendet die junge Sängerin und Songwriterin ihre Songs mit prägnanter NDW-Breitseite in den Äther und stößt dabei auf viele Menschen, denen es wie ihr geht. Desillusioniert vom Ist-Zustand aber unwillig aufzugeben, kümmert sie sich in Songs wie „Pyromane“ (2024) oder „Body Business“ (2025) um toxische Männlichkeit und strukturelle Gewalt, um Kapitalismus und kaputte Körperbilder, um das was viel zu lange schöngeredet wurde und das, worum sich immer noch viel zu wenige scheren. Trotzdem bewahrt die scherzhaft selbsternannte Tochter von Nikola Rost und einem der Safri-Duo-Drummer einen gesunden Humor und ihre Hoffnung in Texten voller Emotionalität und scharfsinnigen Gegenwartsbeobachtungen jenseits der Plattformblasen. Mit der jüngsten Single „Schau nicht genauer hin“ (2026) entwickelt sie diesen differenziert doppelbödigen Blick auf die Welt ebenso weiter wie die Skills als Komponistin. Ideale Bedingungen also für ihre im September anstehende Premiere bei uns in Hamburg.

