
club2
Schummrig gleich einem Sonntagmittag im Katermodus schält sich der Sound aus den Boxen, zwei Typen schlendern durch den Qualm, die Köpfe matschig wie faules Obst: club2 basteln Tracks für die Kippe danach, auch wenn es das Davor nicht gab. Ganz egal wie mies der Tag war, das Duo aus dem Nirgendwo hat einen slicken Beat parat, um darüber in „Ja es ist wahr“ (2023) oder „13 euro 50“ (2024) mit charmanter Demut den Wahnsinn des Alltags zu verhandeln. „Ich brauch keinen Benz und Ferraris, brauche Friends die da sind, wo immer ich da bin“ - real talk und Resonanz aus der Welt da draußen, die sich für verdammt viele abseits der shiny Influencer-Blasen doch eher grau schattiert darstellt. club2 treffen damit einen gnadenlos realistischen und dezent sozialkritischen Vibe, der im deutschen Hip-Hop Ende der 90er schon mal mit Eins Zwo oder Blumentopf eine Hochphase erlebte. Wer Tracks vom Kaliber „Stress“ (2025) hört, versteht aber sehr schnell: das Rezept lässt sich mit verwaschenem Drum'n'Bass und cleverem Sampling auch in die Gegenwart transportieren und klingt dann unerhört zeitgemäß. Trotz allem ist das Duo selbst bei den Heads im Untergrund noch vergleichsweise unbekannt. Betonung auf noch. Potenzial für einen organischen Durchbruch aus der Graswurzel ist mehr als genug vorhanden, denn dieser Deutschrap hittet jetzt schon einfach anders.

