
Die Sauna
Es ist eine Sache in der Jugend euphorisch eine Band zu gründen. Etwas völlig anderes ist es, diese Band auch über Jahre neben einem Vollzeitjob am Leben zu halten und in jeder freien Minute die eigene Leidenschaft in Songs und Management fließen zu lassen. Die Sauna vollführen diesen beachtlichen Balance-Akt nun schon seit über einer Dekade und haben dabei ebenso unscheinbare wie herausragende Zeugnisse des Post-Punk-Revivals vorgelegt, die in der jüngeren Musikgeschichte des Landes tiefe Spuren hinterließen. Vom düster verträumten „So schön wie jetzt war es noch nie“ (2019), das dem gesellschaftlichen Verfall geradezu prophetisch in Melodien und Texten eine Begleitmusik schenkt, bis zum Coming-Of-Age-Soundtrack auf „tut beni“ (2026). So zeigt das neue Album eine Band, die an sich und den Umständen gewachsen ist, die hier in paradox-schummrigen Liedern wie „ich liebe dich“ oder „sorry“ vom Fallen und Aufstehen, aber auch von Reue und leiser Hoffnung singt und das in wunderbar unprätentiöser Lyrik zu vermitteln weiß. Ein bisschen Jangle Pop, verschwommene Synths, die salzige Brise einer New Wave – es ist das lang erwartete Lebenszeichen einer Band, die ohne Überschwang, dafür aber mit ganz viel authentischer Leidenschaft fürs unbedingte Weitermachen plädiert.

