
Dylan John Thomas
Aufgewachsen in einem Waisenhaus hatte Dylan John Thomas keine gut betuchten Eltern, die ihm während seiner Kindheit Gitarrenunterricht oder eine musikalische Bildung geben konnten. Stattdessen lernte der DIY-Songwriter über das in seinem Haus gern gezockte „Tony Hawk's Pro Skater“ erstmals Johnny Cash kennen und fasste den Entschluss: ich brauche eine Gitarre, ich will Musiker werden. Was folgte war ein filmreifer Ritt durch den Musikuntergrund Glasgows und später durchs ganze UK, der den Jungspund zur Debüt-EP „Dylan John Thomas“ (2021) und von da weiter zum ebenso betitelten ersten Album im Jahr 2024 führte. „It seems to be kicking off“, attestierte der Autodidakt damals ganz bescheiden. Jawohl! Und wie. Egal ob er seine ADHS-Diagnose thematisiert, schmerzhaft schön über den Verlust eines geliebten Menschen singt oder unerwiderte Zuneigung in lakonische Zeilen verpackt: Songs von Dylan John Thomas sind nicht einfach nur gut – sie bedeuten tatsächlich etwas. Auf den Konzerten des Newcomers ist das besonders eindringlich zu spüren, wenn das Publikum mitsingt, weint und lacht. Ein Poet ohne Attitüde aber mit viel Herz und einem Erfahrungsschatz, von dem er mit Liebe fürs Detail zu schöpfen weiß.

