Fruchtiger Beigeschmack
Locker wie ein kühles Sorbet an einem lauen Juli-Tag gehen die Stücke von Fruchtiger Beigeschmack runter und verwöhnen die Sinne. Die junge Kombo aus München spielt Jazz, aber anders. Vermischt mit Indie-Pop und den wunderbaren Chanson-Einwürfen von Sängerin Milena Hehl gehen Nummern wie „Rote Zahlen“ (2024) oder „Stille“ (2025) in die Beine, ins Hirn und sicher nicht zuletzt auch ins Herz. Mit der Debüt-EP „Skript I. des Nichts“ (2024) setzen die vier Jazz-Reformer ein ebenso mutiges wie entspanntes Zeichen für Popmusik mit durchdachter Komposition und für Jazz mit einer gewissen Lässigkeit. Clever produziert? Ja, aber nicht verkopft. Voller Gefühl? Unbedingt, aber ohne Klischees zu bedienen. Neu und frisch? Das sowieso, aber weit davon entfernt auf irgendeinen gegenwärtigen Hypetrain aufzuspringen. Nein, Fruchtiger Beigeschmack machen ihr Ding und scheinen genau zu wissen, wohin sich ihre Rezeptur eines rauchigen, poetischen, sympathischen Jazz im Hier und Jetzt entwickeln soll. Neue Singles wie „Nutzlos“ oder „Löschzug“ (2026) im Gepäck, feiern sie dieses Jahr ihre längst überfällige Premiere beim Reeperbahn Festival. Ganz dick im Kalender markieren.

