
Gia Margaret
Oft sind es die unerwarteten und ungewollten Umwege im Leben, die uns erst zu dem machen, was wir sein wollen. Gia Margaret hat das am eigenen Leib zu spüren bekommen, als ihr eine Infektion der Stimmbänder das Singen verbietet. Durchs Schicksal gezwungen nach anderen Wegen künstlerischen Ausdrucks zu suchen, findet sie diesen in ihrem Repertoire analoger Synthesizer und Sampler. Eine eigene Form von delikater Ambient-Musik entsteht, die Field Recordings und New Age, Post-Minimalismus und progressive Elektronik ebenso in sich vereint, wie anrührende Spoken-Word-Passagen. Im Gegensatz zu ihrem Debütalbum „There's Always Glimmer“ (2018) schmiegt sich ihr zweites Machwerk „Mia Gargaret“ (2020) (der Spoonerismus ist Absicht) dementsprechend deutlich leiser und friedlicher, aber auch experimenteller und existenzieller an die Ohren ihres Publikums. Selbst als ihr geschundenes Organ wiederkehrt, hinterlässt die Erfahrung des annähernden Verstummens tiefe kreative Spuren. Nun kommt sie mit dem neuen Album „Singing“ (2026) erstmals zu uns und zeigt ihr neu gewonnenes Stimmvolumen in voller Pracht.

