
HVOB
Eine Stimme über Kaskaden matt glänzender Beats, ein Klang der global geht: Kaum ein Duo im Bereich elektronischer Musik kann während der 2010er so Genre-übergreifend von sich Reden machen wie Her Voice Over Boys aka HVOB. Anna Müller und Paul Wallner zeichnen das urbane Lebensgefühl im 21. Jahrhundert mit feinen Produktionspinseln nach und entwerfen im Verlauf Bilder für eine bessere Welt. Minimalistisch und doch immersiv, spannen Alben wie das Debüt „HVOB“ (2013) oder der Nachfolger „Trialog“ (2015) Atmosphären von großer emotionaler Tiefe auf und changieren scheinbar mühelos zwischen introspektivem Deep House und hypnotischen Spoken-Word-Akzenten, Ambient und genussvoll pluckernden Synth-Sprenkeln. Es ist ein Sound, der ebenso für Kopfhörer auf einer verregneten Busfahrt gemacht ist wie für die ganz großen Festival-Stages – mit welcher Eleganz HVOB diesen Spagat meistern, ist bis heute rätselhaft schön. Ob beim Fusion oder dem South by Southwest, ob beim Melt! oder in der Wüste Nevadas auf dem Burning Man: immer wieder werden die Shows des Wiener Duos von Fans wie Feuilletons als körperliche und unvorhersehbare Ereignisse gepriesen. Nachdem ihr letztes Album „TOO“ (2022) mittels industrieller Einflüsse und Peak-Time-Qualitäten zu einem schweißtreibenden Club-Manifest geriet, haben sie sich in jüngster Zeit auf Singles wie „Home“ (2025) wieder einem pulsierenden Downtempo-Sound angenähert. Für ihren Gig bei uns halten HVOB dementsprechend sämtliche Karten in der Hand.
