
Julian Taylor
Dass Julian Taylor als Frontmann der Band Staggered Crossing schon während der frühen 2000er die Rock-Szene Kanadas erfolgreich aufmischt, könnte angesichts seines Solo-Erfolgs leicht in Vergessenheit geraten. Doch der Mann mit dem brummenden Timbre und einem ganz besonders sensiblen Händchen für warme, einladende Melodien hat sein vielseitiges Repertoire zwischen Americana, Roots Rock, Blues und Folk über die letzten zwei Dekaden auch unter den Augen alter wie neue Fans in bester DIY-Manier aufgebaut, erweitert, verfeinert. Mit Alben wie „The Ridge“ (2020) oder „Pathways“ (2024) kann der arrivierte Singer-Songwriter zwischenzeitig nicht nur eine Reihe Awards und Nominierungen abstauben. Er verhandelt darüber hinaus auch Themen wie Familie, schmerzhafte Verluste oder persönliches Wachstum in dieser aus dem Gleichgewicht wankenden Welt mit einer Anmut und Menschlichkeit, die sich als Balsam für viele Seelen entpuppt. Heute ist Taylor eine lebende Legende der Indigenous Artists im Roots-Kosmos von Nordamerika und macht seinen Einfluss als tatsächlich unabhängiger Künstler auch weit jenseits seiner wegweisenden musikalischen Genre-Fusionen geltend. Höchste Zeit also, dass er uns in Hamburg mit einer unvergesslichen Konzerterfahrung beehrt.
