
Julianna Riolino
In verspielter Gelassenheit reitet Julianna Riolino eine Welle des Erfolgs, seit sie vor vier Jahren mit dem Debüt „All Blue“ (2022) eines der interessantesten Alt-Country-Alben des noch laufenden Jahrzehnts veröffentlicht hat. Die kanadische Singer-Songwriterin erweckt das Genre mit ihrer facettenreichen aber immer kraftvollen Stimme und einem Ausnahme-Cast an wiederkehrenden Session-Talenten zu neuem Leben. Zeitlose Einflüsse verschwimmen hier zu einer eigenen Interpretation moderner Americana und beweisen eindrücklich, dass diese Musik eine eigenwillige Übersetzung in die Gegenwart nicht nur überlebt, sondern daran wachsen kann. Lichtgestalten des Genres wie Lucinda Williams oder John Prine schimmern hier durch jeden Akkord, jede harmonische Dramaturgie und ansteckende Hook. Die Verneigung vor den Quellen der Inspiration ist also da. Und doch: Das Folgealbum „Echo In The Dust“ (2025) legt mit brillant integrierten Nuancen von Cowpunk und Blues, aber auch mit einer kosmischen Country-Ästhetik etwas kongenial Eigenes vor und macht Julianna Riolino endgültig zu einer der aufregendsten Newcomerinnen dieser Musik. Wer Zweifel hat, darf sich bei uns selbst davon überzeugen.

