
Kosmonauci
Kosmonauci sind weit entfernt vom schnulzigen Pop einer Boyband und realisieren stattdessen komplexen Jazz, der Third Stream, Avant-Garde, Kammerspiele und moderne Fusion-Elemente integriert. Dennoch ist das Warschauer Quartett in Polen schon mit den ersten beiden Alben zu einer Kultband herangewachsen, die bei ihren Shows für Schreie der Ekstase sorgt und eine passionierte Fanbase um sich versammeln kann. Mit dem Debütalbum „Sorry, nie tu“ (2024) veröffentlichen Kosmonauci vor zwei Jahren die jüngste Iteration dessen, was man in ihrer Heimat gerne „Yass“ nennt – eine spezifisch polnische Jazz-Form, die Folk, Punk und Elektronik nahtlos in experimentelle Kompositionen integriert. Polyrhythmische Strukturen widersprechen hier nie emotionalen Melodien und werden auch schon mal von Beats zwischen Hip-Hop und Drum'n'Bass ergänzt oder lassen sich von Traditionen aus den 50ern bis 90ern inspirieren. Grenzen kennen sie dementsprechend keine – nur Symbiosen. Auch das diesjährige Zweitwerk „Brudna – Bielizna“ (2026) folgt einem Pfad mit tausend Abzweigungen, auf dem diese Kombo ihren eklektischen Style erkundet. Glücklich sind diejenigen zu preisen, die sie dabei bestaunen dürfen. Nun erstmals auch bei uns in Hamburg.
