
Kurpark
Geschichten aus der Wiener Vorstadt können in so mancher Hinsicht als ironische Überspitzung des Lebensgefühls eines jeden suburbanen Biotops gelten. So malt Patrick Vanek aka Kurpark mit grellen Synthesizern und Drum Machine Szenen seiner persönlichen Vergangenheit nach, in denen sich wohl viele auf die eine oder andere Weise wiederfinden können. Begegnungen zwischen Autobahnbrücken, nächtliche Spaziergänge im Speckgürtel, Straßenlaternenlichter vor den Kleingartensiedlungen – es sind biografische Ausschnitte, die Kurpark auf seinem Debütalbum „Favoriten“ (2025) in sehnsüchtigen Indie-Goth-Pop gießt. Oft genug gesellen sich auch Ingredienzen von Post-Punk und Synth-Rock hinzu, die zwar eine gewisse 80s-Nostalgie beschwören, aber nie in regressiven Kitsch abdriften. Im Gegenteil: Songs wie das jüngst veröffentlichte „Am Ende“ (2026) tönen zutiefst zeitgemäß und demonstrieren, dass diese Stilsignatur einen bittersüßen Soundtrack für die bedeutsamsten Momente des eigenen Lebens liefern kann. Wer es nicht glaubt, holt sich im September einen davon bei uns in Hamburg ab.

