
Mine
Nicht nur als bloße Beobachterin, sondern als eine ihrer aktivsten Gestalterinnen ist Jasmin Stocker aus der deutschen Musiklandschaft seit über einem Jahrzehnt nicht mehr wegzudenken. Besser bekannt unter dem Alias Mine, zaubert die Stuttgarterin intensiven Art Pop im Chamäleon-Modus, verkuppelt Electro und Rap, Vocal Jazz mit (kammer)orchestralen Arrangements und klingt dabei immer anders, immer neu, immer unverbraucht. Von den doppelbödigen Durchhalteparolen auf „Das Ziel ist im Weg“ (2016) über das introspektiv eklektische „Klebstoff“ bis zum herzzerreißenden Lieder-Kaleidoskop „BAUM“ (2024) veröffentlicht Mine über die Jahre Alben von ungeahnter Tiefe, die sich durch mutige Experimentierlust und enormes kompositorisches Knowhow auszeichnen. Dass es dafür Awards regnet und sie immer wieder mit Rap-Größen wie Fatoni, Edgar Wasser oder Samy Deluxe kollaboriert, gerät da schon fast in den Hintergrund – selbst wenn der Einfluss von Mine auf die hiesige Popkultur unbestritten bleibt. Und doch: losgelöst von den Auszeichnungen und Erwartungshaltungen ist das Faszinierende an dieser Musik gerade die konsequent progressive Neuerfindung einer Künstlerin, der es abseits der Trendblasen, fernab der Hypes um ihr völlig eigenes Ding geht. Mit dem diesjährigen siebten Album „Killer“ (2026) demonstriert sie diese kreative Autonomie auf beeindruckende Weise erneut.

