Portrait Nachtkinder
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Nacht­kin­der

Concert
LocationSpielbude XL
Concert
Pop
Indie
DE
Dieser Termin liegt in der Vergangenheit

Wenn Kunst den Versuch startet, kollektive Resignation und Überforderung abzubilden, erschöpft sie sich nur allzu oft in Durchhalteparolen und segnet den status quo am Ende auch noch ab. Bewusste Irritation und kompromisslose Emotionalität helfen den Nachtkindern, diese Fallstricke zu umgehen und stattdessen scharfsinnigen Indie-Rock im Sturm-und-Drang-Modus mit kulturkritischen Texten zu verbinden. Eine gewisse souverän hingerotzte Verzweiflung wohnt Songs wie „Sinn und Verstand“ (2021) oder „Ich glaube an Nichts“ (2023) daher schon in jeder Note inne. Doch können die melodischen Hooks der Nachtkinder auch beflügeln, die von Lyriker Noah Friebel herausgebellten Zeilen Mut machen, selbst wenn alle Exit-Strategien versagen. Es ist ein biografischer Spiegel der Gegenwart, eine radikale Innerlichkeit, die von diesem Projekt beschworen und der sozioökonomischen Wirklichkeit entgegengestellt wird. Nach drei ebenso schmerzhaften wie schönen EPs erscheint dieses Jahr mit „Die Leiden der jungen N.“ (2026) das lang erwartete Debütalbum der hoffnungslosen Romantiker, mit dem sie das Leid unserer Tage zur Disposition stellen, um daraus kollektive Hoffnung zu schöpfen. Leidenschaft um jeden Preis also – vielleicht ein Risiko, das die Nachtkinder völlig zu Recht eingehen.

Bildcredit: Line Tsoj
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