
NINON
Verletzlichkeit nicht als Schwäche, sondern als eine persönliche Ressource in diesen Zeiten zu verstehen, bedarf eines besonderen Selbstbewusstseins. Mit ihren intimen neo-barocken Produktionen hat Ninon eine Form des Ausdrucks gefunden, die einerseits bittersüße Nostalgie in der Tradition früher Dream-Pop-Granden wie Mazzy Star oder Julee Cruise durchschimmern lässt, andererseits aber auch einen modernen transformativen Sound voller Sinnlichkeit channelt. Songs wie „Come Pick Me Up“ (2024) oder die kühl temperierte Ode an die Kraft der Berührung „She's Got A Way“ (2025) wandeln an diesen Übergängen von Gestern und Heute und wirken dabei wie Erinnerungen, denen wir in jeder Falte, jedem Duft nachspüren wollen. So beschwört Ninon auf ihren bisherigen beiden EPs „Breathe Again“ (2025) und „Afterglow“ (2026) eine Sehnsucht am Rande des Verkraftbaren – es ist der Soundtrack fürs Lieben und Loslassen, für die Besinnung aufs Wesentliche in Zeiten allgegenwärtiger Ablenkung. Auf der Bühne ein Erlebnis, das sich ohne Zweifel tief ins Gedächtnis gräbt.
