
Nosen
Seit Jahren schmücken seine Tracks die Underrated Deutschrap Playlisten hier im Lande, werden gar als Juwelen des sample-lastigen Boom Baps ausgemacht und in Szenekreisen für ungemein durchdachte Texte gefeiert: Nosen ist ein Lyricist wie er im Buche steht, dessen Authentizität aus einer stilbewussten Demut gegenüber dem Handwerk entspringt. Seit 2014 aktiv, hat der Hamburger vor allem in den neuen Zwanziger mit Alben wie „Delirium“ (2022) oder „Unten Links“ (2024) keinen Zweifel daran gelassen, dass er sich in puncto Raps und Flows, Beats und Cuts kontinuierlich weiterentwickelt. Conscious Hip-Hop mit sozialkritischem Sarkasmus, delikates Sampling mit instrumentellem Jazz-Vibe werden hier zu Gegenwartsverhandlungen zwischen Schwermut und Zuversicht. So leitet Nosen Deutschrap von seinen Wurzeln ab, von Torch und Advanced Chemistry, von Too Strong und den Stieber Twins, fügt dem Cocktail aber frisches Blut, salzige Tränen und mühsam errungene Schweißperlen hinzu. Die Resultate sind nichts weniger als feinster introspektiver Hip-Hop ohne Bedarf für irgendeinen Hype, aber gerade deshalb wie geschaffen für unsere verwirrte, scheinbar ausweglose Zeit.

