
Roomer
Im Rauschen des Gestern finden Roomer den Soundtrack für das Hier und Jetzt – eine Musik aus lustvollen Distortions und Melodie, bittersüßer Sehnsucht und stoischer Akzeptanz. Das Berliner Trio verwebt dabei Shoegaze mit Slowcore, Dream Pop mit einer rohen Produktion, die inmitten mäandernder Riffs den krossen Drums von Ludwig Wandinger ebenso viel Raum öffnet wie den raunenden Vocals von Sängerin und Gitarristin Ronja Schößler. Sowieso geht es diesem Projekt darum, Räume zu schaffen, in denen wir uns verlieren und wiederfinden können. Der Name kommt hier also nicht von ungefähr. Ebenso wenig wie beim Debütalbum „Leaving It All To Chance“ (2024), das im Spannungsfeld von emotionaler Direktheit und kompositorischem Experiment so gelungen realisiert wurde wie kaum ein anderes hiesiges Shoegaze-Album der jüngsten Vergangenheit. Wenig überraschend, dass sie beim Institute Of Contemporary Arts in London und dem ESNS-Festival in den Niederlanden schon zu den interessantesten Newcomern gezählt haben. Mit dem komplett aus Improvisationen und First Takes gezauberten zweiten Album „Staircase Made Of Rope“ (2026) spielen sie dieses Jahr endlich ihre Reeperbahn-Premiere und präsentieren einen Sound, der zum Abtauchen und Wegdriften einlädt.

