
Sadi
Schon mit den ersten Tracks schindet Sadi in der Wiener Trap-Szene vor ein paar Jahren ordentlich Eindruck. Der Jungrapper landet erfolgreich einen Banger nach dem anderen und erledigt im Verlauf mit Nummern á la „Ich bin in Wien“ (2020) oder „Uno“ (2021) ein stabiles Streaming-Pensum, teilweise im sechsstelligen Bereich. Dass die gesund gewachsene Szene in der österreichischen Hauptstadt davon schnell Wind bekommt, versteht sich von selbst. Das Mixtape „2AM“ (2021) unterstreicht entsprechend des Titels direkt, dass Sadi ein Wesen der Nacht ist – und seine Produktionen idealerweise auch genau dann durch die Speaker schallen. In beeindruckendem Tempo setzt er quer durch Wiens Untergrund seine Tags an Clubwände und die Seelen dürstender Trap-Jünger, die zwischen halb gebrochenen Beatstrukturen und Autotune-Lyrik im Sartre-Modus so etwas wie Erlösung finden – oder zumindest suchen. Das „Sadi (Emotional Archive)“ (2022) kommt folgerichtig ein Jahr später, und schlägt flankiert von Singles wie „Britney“ oder „Berlin ist kalt“ (2023) ein wie eine Bombe. Der Hype ist real und ausnahmsweise mal berechtigt. Fast schon im Monatstakt droppt Sadi seitdem Singles von der Qualität eines „Südeuropa“ (2025) oder „Albaner mit Swag“ (2026) und beweist letztes Jahr mit dem Debütalbum „99“ (2025), dass er grenzübergreifend zur Speerspitze im deutschsprachigen Trap zählt.

