
Shitshow
Wer in diesen Tagen immer noch einen handfesten Beweis benötigt, dass rotziger DIY-Punk lebendiger denn je ist, muss mal die Klappe halten und bei Shitshow genauer hinhören. Seit das Hamburger Quartett vor vier Jahren mit der Debüt-EP „Shitshow“ (2022) in die Szene der Hansestadt crasht, jagt ein schweißtreibender Gig in abgeranzten Spelunken den nächsten und macht die Kombo zu einer willkommenen Erscheinung in glattgebügelten Zeiten. Als 7-Inch-Antithese zum bürgerlichen Radioprogramm zocken sich Marta (Bass), Julia (Vocals), Krischan (Gitarre) und Vic (Drums) durch ein leidenschaftliches Chaos aus Punk Rock, Hardcore und Surf-Vibes auf dreifacher Geschwindigkeit. Mit Schmackes fliegen dann Nummern wie „KILL“ (2021) oder „Summercamp Crush“ (2026) geradeaus ins Maul und fucken sich lyrisch über Handy-Schimpansen ebenso ab wie über den gesamtgesellschaftlichen Absturz in Zeiten des radikalen Neoliberalismus. Als Antidot gegen Angst und Prokrastination, gegen Heuchelei und die Widersprüche des status quo lassen Shitshow dieses Jahr ihr lang erwartetes Debütalbum „Struggles“ (2026) auf die wilde Meute dürstender Punks los und brennen quer durchs Land kleine wie große Bühnen ab. Allerhöchste Zeit, dass sie die Nummer nun auch erstmals bei uns abziehen.

