
siovo
Im Nachklang millionenfacher Streams seines Bangers „Backseat Bromance“ (2022) hat sich siovo als aufstrebende Ikone der queeren Community in Deutschland einen Namen gemacht. Dabei erreicht der zierliche Blondschopf mit seiner Mischung aus Synthpop, Electro und Y2K-Indie jedoch bei weitem nicht bloß die LGBTQ-Szene. Auch Menschen mit wenigen Berührungspunkten zu Themen wie queerer Selbstfindung oder sexualisierter Ausgrenzung finden sich in seinem Sound wieder, der ganz bewusst Stilmittel wie Autotune und digitale Produktionswerte in den Vordergrund stellt. Tracks von der emotionalen Dringlichkeit eines „Angel Dust“ (2023) oder „Kandy Paint“ (2025) sind dabei einerseits ein in Melodie und Beat gegossener Seelenstriptease, mit dem sich siovo verletzlich macht. Andererseits aber auch Beleg für das unbestechliche Gespür des Stuttgarter Tausendsassas für Hooks, die tagelang nicht mehr aus dem Kopf gehen. Dass er mit gerade einmal 18 Jahren schon einen Plattenvertrag bei Four Music bekommt, nach Berlin zieht und mit dem Album „Kauft dem Jungen Blumen“ (2024) einen mehr als stabilen Überraschungserfolg erzielt, gerät da fast schon zur Nebensache. Aber eben nur fast. Vergleiche mit FRISO oder Troye Sivan muss er indes nicht scheuen, zeigt aber gleichzeitig mit dem neuen Album „Für immer: Babyboy“ (2026) wieder einmal: künstlerisch zieht siovo seine eigenen Kreise vom Persönlichen zum Popkulturellen, vom Kleinen zum ganz Großen.

