
Spacestation
Bereit für den Liftoff? Spacestation haben noch ein paar wenige Tickets für einen Flug ins Ungewisse übrig. Im Frequenzspektrum zwischen guter alter 60s-Psychedelia, den Urvätern des experimentellen Krautrocks und Soundwänden früher Shoegaze-Ikonen haben sich die vier Jungs aus Reykjavík in eine Umlaufbahn mit Panoramablick katapultiert. Delays und Distortions, luzider Glanz und nostalgische Körnung verleihen schon ersten Singles wie „Hver í fokkanum?“ (2023) oder „Fokking lagið“ (2024) einen paradoxen Charme, der die Intensität noisiger Effekte im Pop-Kontext neu definiert. Damit treten sie selbstverständlich in die Fußstapfen von Bands wie Sonic Youth, My Bloody Valentine oder auch Velvet Underground – doch die Schuhgröße passt tatsächlich auf den Zentimeter genau. So huldigt das Debütalbum „Reykjavík Syndrome“ (2025) diesen Inspirationen zwar, geht aber trotzdem einen Schritt weiter und hat nicht mehr als ein müdes Lächeln für die zunehmend kommerzialisierte Musikszene der isländischen Hauptstadt übrig. Spacestation zeigen eine andere, eine roughe Realität ihrer Heimatstadt abseits der Insta-Hypes. Das Sounddesign ergänzt diesen Ansatz und macht die Konzerte der Band zu seltenen Spektakeln voller Authentizität und echter Leidenschaft.

