
Sūn Byrd
Als Superband würden sich Sūn Bird zwar nicht bezeichnen, doch vereint das Projekt einen beträchtlichen Teil der norwegischen Soul-Elite unter einem Dach. Ein unüblicher Glücksfall. Vor zwei Jahren bringt die siebenköpfige Kombo das Debüt „Sūn Bird“ (2024) auf den Markt und spielt anschließend quasi im Wochentakt über 250 Konzerte quer durch Skandinavien. Nicht nur in Oslos Soul- und Jazz-Szene schinden sie mit ihrem tighten aber ebenso cineastischen Sounddesign und der unvermittelt spürbaren Bühnenpräsenz ordentlich Eindruck. Zunächst von der Motown-Ära beseelt, orientieren sich Sūn Bird andererseits aber auch an modernen Soul-Reformern wie Leon Bridges oder Sharon Jones And The Dap-Kings und finden in der Schnittmenge eine unverkennbare Signatur. Ende letztes Jahr folgt der zweite Streich „In Paradiso“ (2025) bei den eigenwilligen Tastemakern von Jansen Records und markiert meterdick, dass sich diese Band trotz Spellemannsprisen-Nominierung und Lobeshymnen internationaler Feuilletons gerade erst dabei ist warm zu laufen. Wer die irrwitzige Energie der Sonnenvögel live erleben will, bekommt nun die perfekte Gelegenheit.

