
Tara Nome Doyle
In der Weite und Anmut norwegischer Fjorde aber auch in der existenziellen Melancholie unserer postmodernen Gegenwart scheint Tara Nome Doyle gleichermaßen Quellen der Inspiration zu finden. Schon mit frühen Singles wie „Down With You“ (2018) oder „Heathens“ (2019) spannt die irisch-norwegische Sängerin, Songwriterin und Produzentin ein Panorama der Emotionen auf, das Art Pop über kammerorchestralen Arrangements zeigt, sonoren Soul mit delikater Melodieführung beleuchtet. Dem Debütalbum „Alchemy“ (2020) gelingt es anschließend, diesen sorgsam entworfenen Stil in nahezu makelloser Definition abzubilden, was von Fans und Feuilletons ähnlich begeistert zur Kenntnis genommen wird. Ahnen konnte da noch niemand, dass sie mit den Folgealben „Vaermin“ (2022) und „Ekko“ (2025) nicht nur ihrem Sound neue Facetten angedeihen lassen wird, sondern auch stimmliche und kompositorische Qualitäten in unwirkliche Höhen treibt. Als würde Kate Bush verschollene Stücke von Elliott Smith in einer alten Kirche aufnehmen – ohne Publikum oder Irritation. So hat die Musik von Tara Nome Doyle etwas sakrales, das hinaus aus dieser Welt deutet und Trost in sanfter Entrückung findet.

