
Taroug
Auf halber Strecke zwischen urbanem Dschungel und Oase brennt Taroug die Gefäße für seine eklektischen Sound-Cocktails und reichert diese mit diversen Samples unterschiedlichster Herkunft an. Ägyptische Saz-Soli begleiten hier progressive Elektronik, Art Pop wird von düsterem Ambient eingehüllt und die Wüste in abstrakten Soundscapes zum Leben erweckt. Auf dem Debütalbum „Darts & Kites“ (2024) beschwört der deutsch-tunesische Drummer und Producer dabei nahezu mythische Bilder wie aus einem Film, der unbedingt noch gedreht werden muss. Organische Drums und Skulpturen analoger Synthesizer bauen sich in Tracks wie dem unwirklich schönen „Queen Of Carthage“ oder der Saxofon-Collage „Deguech“ zu Szenerien mit Traumcharakter auf. Dass er damit bei den Tastemakern von Denovali Records gelandet ist und hier auch den diesjährigen Nachfolger „Chott“ (2026) veröffentlicht, ist ein match made in heaven. All jene Qualitäten, die schon das Debüt aus dem lebendingen Elektronik-Kosmos von Tarougs Heimatstadt Düsseldorf herausstechen ließ, wurden auf Album Nummer zwei nämlich nach allen Regeln der Kunst erweitert, verfeinert, atmosphärisch verdichtet. Den Balance-Akt zwischen Orient und Okzident meistert aktuell kaum jemand so besonnen und fokussiert wie dieser Mann.

