
Tolstoys
Warm wie ein Tag am Meer, trocken wie der Sand an den Füßen und weit wie der Horizont spielen Tolstoys psychedelischen Rock, der so nur in unserer Zeit entstehen kann. Mit vier Alben in weniger als zehn Jahren haben sie ihr Gesicht kontinuierlich verändert, neues Terrain zwischen Trip Hop, Art Pop und Indietronica ergründet und die Release-Abstände dabei konsequent verringert. Das großartige „The Buzz“ (2025) erschien zwar erst letztes Jahr, ein Nachfolger könnte aber trotzdem schon in den Startlöchern stehen. Gespeist vom Geist der 60er, von Woodstock und diverser kultureller Reformbewegungen, sind Songs wie „Time In Space“ (2024) oder „African Sun“ (2025) bemerkenswerte Zeugnisse einer Band, die sich mit viel Liebe für kompositorische Details einen völlig eigenen Sound erspielt hat. Von Bratislava bis Berlin war die künstlerische Reise der Tolstoys über die letzten Jahre dementsprechend ein wilder Ritt, den das Quintett stets zu zähmen und für sich zu nutzen wusste. Hier wird ausufernde, abenteuerlustige Musik zu einem unmittelbar anfassenden und doch entspannten Trip mit Therapiequalitäten. Im Konzertformat ein gänzlich anderes Erlebnis.

