
Tommy Barlow
Manche attestieren ihm den perfekten Sound, um nachts alleine in den Untiefen eines guten Games zu versinken. Andere möchten zu seinen Songs lieber auf dem Dach eines Autos picknicken und den Sonnenuntergang genießen. Dazwischen malt die Musik von Tommy Barlow eigenartige Atmosphären in die Luft und ziert sich nicht auch experimentelle Ansätze zu verfolgen. Egal ob mit modifizierten Akustikgitarren oder Field Recordings, hymnischen Dudelsäcken oder Samples aus zahllosen Kontexten: was Barlow auf seinem ersten Studioalbum „Mustard Seeds“ (2024) zaubert, entzieht sich jeder Klassifizierung und klingt wie die verschollenen Aufzeichnungen eines Eremiten im britischen Norden, ein minimalistisch instrumentiertes Demotape für Aussteiger und Einsiedler. In Londoner Venues wie The George Tavern, Shacklewell Arms oder Spanners hat er mit seiner dezidierten Leftfield-Ästhetik folgerichtig auch schon für feuchte Augen gesorgt. Die unkonventionelle Sommer-Single „Earth Killer“ (2026) und weiteres frisches Liedgut im Gepäckt, kommt er dieses Jahr erstmals auch zu uns nach Hamburg. Aber Vorsicht: akute Suchtgefahr nach wenigen Takten.

