
WAIT//LESS
Roh, schroff und herrlich abgefuckt zocken sich WAIT//LESS durch Songs wie „Hot Girl“ (2024) oder „Crawl“ (2025) und signalisieren dabei eine klare Abneigung gegen alles, was musikalisch als clean cut gelten möchte. Liebliches Songwriting für innere Gefühlswelten? Äh äh. Hier dominiert der Abrissbirnenmodus. Die Gitarren ertrinken in Distortions, das Schlagwerk scheint bei jeder Fellberührung zu explodieren, während die Stimmbänder von Rebecca White radikal Zeile nach Zeile mit Genuss aufs Parkett rotzen. Wow! So dreckig, so kompromisslos und heavy klingt zeitgenössischer Punk leider immer seltener. Da werden Erinnerungen an Brainbombs und Rancid wach, nur derber, dreckiger, draller produziert. Ja, richtig gelesen. Diese vier Kanadier spielen auf Benzin-durchtränkten Instrumenten und reißen dabei so ziemlich jede Stage nieder, derer sie habhaft werden können. Nicht nur soundwise, sondern auch in Sachen Attitüde wird das einer Musik gerecht, die mal aus nackter Wut auf den status quo entstanden ist und daran wachsen konnte. Das Debütalbum „Improve Your Image, Listen To Wait//Less“ (2025) macht in dieser Tradition ein für allemal klar: Punk ist nicht tot – du hast ihn nur aus dem Auge verloren.
Diese Veranstaltung ist zugänglich mit Reeperbahn Festival Ticket oder Spotlight On: Heavy Reeperbahn Ticket oder Reeperbahn Festival Conference Ticket.

