Agent's Agenda

Die Konzernisierung des Konzertgeschäfts


22. Sept. 2017 @ Schmidt Theater (Saal)

Sprecher: Isla Angus (Booking Agent, ATC Live LLP, GB), Baris Basaran (Head of Booking, SSC Booking , DE), Christophe "Doudou" Davy (Managing Director, Radical Production, FR), Ossy Hoppe (Founder, Wizard Promotions Konzertagentur, DE)

Moderator: Gordon Masson (Editor, IQ Magazine , GB)

Hier geht es zum Programm.

Eine Reihe von Live Musik-Experten aus Europa diskutierte am dritten Tag des Reperbahn Festivals über die Herausforderungen in einem Markt, der von Konzernen dominiert wird. Sind Konzerne gut für das Musikgeschäft?

„Nein, sie machen es zu einem gewissen Grad zunichte,“ sagte Ossy Hoppe, Gründer von Wizard Promotions. „Sie werfen Geld in den Markt und setzen damit unabhängigen Veranstalter außer Gefecht, die vielleicht nicht das Geld, aber den Glauben und Ideen haben. Ein hoher Pauschalbetrag garantiert nicht, dass der Job auch vernünftig gemacht wird.“

Christophe „Doudou“ Davy, MD von Radical Production, sagte, im aktuellen Marktklima habe ein neuer Promoter keine Chance, ein Unternehmen zu gründen.

Die Einzigen, die das Überleben der unabhängigen jedoch erfahrenen Veranstalter sichern können, seien loyale Künstler, die auf den Tisch hauen und mit den Leuten zusammenarbeiten, mit denen sie immer schon zusammengearbeitet haben. Und die Veranstalter auf der anderen Seite müssten Kreativ bleiben, so Hoppe. „Es ist für alle, die wir hier im Raum sitzen, eine gute Gelegenheit, uns neu zu erfinden. Wir sind ein wenig faul geworden, doch wir müssen neue Wege finden, an welche die Majors noch nicht einmal denken.“

Dies geschehe bereits, sagte Baris Basaran, Head of Booking bei SSC Booking: „Wir können nicht mit Geld konkurrieren, also müssen wir eine speziellen, maßgeschneiderten Service bieten.“

Künstler und Manager seien kritischer als noch vor ein paar Jahren, wenn es um globale Deals mit den Großkonzernen gehe, so Hoppe. „Live Nation hat so viele Acts auf Tour, wie sollen die alle vernünftig bedient werden?“

Basaran arbeitet mit dem Live-Giganten bei den Tourneen von Lady Gaga, Rihanna und U2 zusammen. Alle drei machten Verlust. „Die Künstleragenten und das Management waren oftmals nicht im Bilde, ich würde jedoch nicht sagen, sie seien unglücklich gewesen. Alles wurde streng von Live Nation vorgegeben.“

Isla Angus, Booking Agent bei ATC Live, macht sich mehr Sorgen um die Künstler, die von Agenten fallengelassen werden, ohne je die Gelegenheit zu erhalten, sich zu entwickeln. Es herrsche große Konkurrenz um den Nachwuchs und Leute kämen immer früher an Bord. „Unheimliche viele Künstler, die Anfangs eine enorme Konkurrenz hatten, werden sechs bis acht Monate später fallen gelassen.“

Drüber hinaus sei die größte Veränderung in ihrem Job in den vergangenen Jahren die zunehmende Wichtigkeit von Festivals gewesen. Diese sorgten heute für einen großer Teil der Künstlereinnahmen.

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