Andre Lieberberg – Live Nation Live


22. Sept. 2017 @ Schmidtchen (Klubhaus St. Pauli)

Sprecher: Andre Lieberberg (President & Managing Director, Live Nation GSA, DE)
Moderator: Gordon Masson (Editor, IQ Magazine, GB)

Hier geht es zum Programm. 

André Lieberberg, President und Managing Director von Live Nation GSA, stellte sich im Rahmen der Reeperbahn Festivals den Fragen von IQ-Editor Gordon Masson.

Tausende Menschen, die sich im Rhythmus der Musik bewegen. Dieser Anblick ließ Lieberberg realisieren, dass sein Vater keinen konventionellen Beruf ausübte.

Das erste Konzert? U2, vielleicht aber auch Billy Joel. Die ersten Alben? Wahrscheinlich Kylie Minogue oder Bros. Die erste bewusste Entscheidung für ein Stück Musik? Method Mans Release Yo Delf.

Lieberberg stieg nach einem Studium in Großbritannien in die Musikabteilung Konzertagentur seines Vaters ein, der Marek Lieberberg Konzertagentur. Seine Hauptaufgabe war es, neue Talente ausfindig zu machen. Matt Schwarz folgte wenig später und gemeinsam kümmerten sie sich um sämtliche MLK-Bookings, außer das der Headliner.

13 Jahre lang blieb er bei MLK, bevor er das Unternehmen 2015, gemeinsam mit seinem Vater, in Richtung Live Nation verließ. Lieberberg beschreibt die Arbeitsweise von MLK als „stets zufrieden mit dem was wir tun. Die einzige Akquisition sei SonneMondSterne gewesen. „Es war Mareks Philosophie, nur eigene Events zu machen.“

Seit man vor 15 Jahren zum ersten Mal mit Live Nation Boss Michael Rapino am Tisch gesessen habe, war sein Unternehmen das einzige, mit dem man je gesprochen habe. Lieberberg beschrieb das Vorgehen seines neuen Arbeitgebers auf dem deutschen Markt als „aggressiv“, wenn man sich um eine Tournee bewerbe, ohne jedoch die Musiklandschaft in Deutschland umkrempeln zu wollen.

Die Arbeitsweise auf dem „Todesstern“ wie Masson scherzte, sei in vielerlei Hinsicht neu. Die Zusammenarbeit mit den Kunden habe sich nicht verändert, jedoch werde bei Live Nation großer Wert auf Content Creation und Markenpartnerschaften für Künstler gesetzt.

Es werde viel mehr und schneller eingestellt. Unter Marek Lieberberg musste jeder erst mal ein 60-minütiges Vorstellungsgespräch hinter sich bringen.

Jemanden im Rücken zu wissen, der einem finanziell unter die Arme greift, sollte es einmal schlecht laufen, eröffne selbstverständlich „eine völlig neue Welt an Möglichkeiten“. Gerade in einem Geschäft wie dem Musikgeschäft, das sich zyklisch verhalte.

Der Markanteil von Live Nation in Deutschland sei nur schwer abzuschätzen. Im Rock/Pop-Bereich liege der vielleicht bei 30%, in anderen Genres weit darunter. Sofern man nach 500 weitere Leute einstelle, könne man im fragmentierten deutschen Markt nicht Marktführer werden.

Man habe keine Ambitionen, jedes Festival da draußen aufzukaufen. Es gehe um „key partnerships“ mit Festivals, die man über die nächsten fünf Jahre eingehen wolle. „Es muss menschlich passen. Wir wollen eine Partnerschaft, keine Übernahme.“

OpenAir Frauenfeld in der Schweiz sei ein „fantastisches Beispiel“ für eine solche Partnerschaft gewesen. Weiter würden folgen.

Schon MLK habe sich aggressiv um Tourneen beworben. Man habe es allerdings nicht mehr mit einem Familienunternehmen zu tun. Mit den unabhängigen Veranstaltern sieht sich Lieberberg nicht wirklich konkurrieren. Nicht viele von ihnen operierten auf dem selben Level.

Ja, es gebe einen Battle mit AEG um weltweite Tourneen, aber nicht so sehr einen mit Indies.

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