Chicks On Speed & Creatives On Music


22. Sept. 2017 @ Angie's Nightclub

Sprecher: Milena Ivkovic (Artist Consulting & Promotion, Milena Ivkovic, DE), Willy Kaussen (Creative Director, Scholz & Friends Hamburg, DE), Alexander Schillinsky (Director Integrated Production, Kolle Rebbe Hamburg, DE), Guido Schulz (Owner, No Limits Music, DE)
Moderator: Sascha Hanke (Partner & Executive Creative Director, Kolle Rebbe Hamburg, DE)

Hier geht es zum Programm. 

Alexander Schillinsky, Milena Ivkovic, Sascha Hanke (alle Kolle Rebbe), Guido Schulz (No Limits Music) und Willy Kaussen (Scholz & Friends Hamburg) sprachen beim Reeperbahn Festival über Werbemusik.

Kaussen meinte: „Egal wie stark die Firmenidee auch ist, 51% Prozent der Werbewirkung gehören der Musik.“

In den aktuellen Werbespots wird aufgrund der vielen Produktinformationen viel mehr gesprochen als etwa in den Achtzigern. In längeren Spots wie denen für Mode sei noch Platz für Musik. Diese könne sich ohnehin erst entfalten, wenn ein Spot länger als 20 Minuten dauere.

Viele Firmen wollten jedoch lieber kurze Spots auf Rotation als einen langen Spot, der eventuell verpasst werde.

Wie schon im Film- und Serien-Bereich, sei auch in der Werbung das Budget für Musik stets knapp. Oft müsse man zur Konserve greifen, also Archiv- oder GEMA-freie Musik verwenden.

Es sei zudem schwer, den Wert von Musik zu definieren. „Ich glaube, es übertrifft Charts-Positionierung etc. Es geht auch ganz viel um Originalität“, so Schillinski. Im Alltag sei die Preisgestaltung „Wilder Westen“. Man müsse sich auf sein Gefühl verlassen.

Da es oft schwer sei, die Rechteinhaber an einem Song ausfindig zu machen, erhalte man außerdem stark fluktuierende Budgetangaben, die es schwer machten, zu kalkulieren. „Mein Wunsch and die Musikindustrie wäre, transparenter zu sein, viel, viel schneller zu sein und auch hier und da verlässlicher.“

Worauf Schulz erwiderte, dass er sich auch von den Werbeseite mehr Verlässlichkeit wünschen würde, vor allem was die abgemachten Budgets anging. In manchen Fällen seien diese „ein Witz“ und man werde mit dem Versprechen von Folgeaufträgen abgespeist.

Ivkovic ergänzte: „Welche Stellenwert hat Musik in der Werbung? Die Musik hat einfach mal den Stellenwert, den sie auch in der Gesellschaft heute hat: einen sehr schwierigen. Es gibt Musik, die man auf YouTube nach wie vor kostenlos streamt, und es gibt Bands, für die ich 280 Euro in die Hand nehmen muss.“

„Es ist ein sehr willkürlicher Markt. Und der spiegelt sich in der Werbung wider.“

Bei der Zusammenarbeit mit Marken entscheiden der Status und das Genre eins Künstlers, wie sich die Zusammenarbeit gestalte. Wenn eine Marke zu „dolle reinquatscht“ komme es durchaus zu Differenzen. „Künstler verstehen sich in erster Linie als Künstler und nicht als Handwerker,“ so Schillinski.

Telekom sei eine Marke, die über die Jahr bewiesen habe, sehr gut mir Musik umzugehen, so Ivkovic. Ebenson Red Bull Studios oder Burberrys Acoustic Sessions. „Wenn eine Marke sich wirklich frage, „wo liegt die Kraft dieser Musik und der Leute, die diese Musik permanent erschaffen“, könne es langfristig funktionieren.

Nicht jeder komme in Frage, ergänzte Schulz. Bei Jürgen Klopp denke niemand an einen Künstler, er werde als Arbeiter wahrgenommen, ebenso George Clooney.

„Aber wenn ich Musiker sehe, die für irgendwas ihr Gesicht herhalten, auch Fanta 4 damals für Toyota, das ist so krank und falsch und eine Geldverschwendung, da wird mir jedes Mal übel. Nur weil der Marketingleiter ihm 10 VIP-Pässe fürs nächste Konzert in deinem Kaff sichern kann, macht er nen Millionendeal, anstatt die Kohle richtig einzusetzen.“

 

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