Festival Saison 2017/2018


21. Sept. 2017 @ Schmidt Theater (Saal)

Speaker: Melvin Benn (Managing Director, Festival Republic, Großbritannien), Signe Lopdrup (CEO, Foreningen Roskilde Festival, Dänemark), Stephan Thanscheidt (Managing Director / Head of Festivalbooking, FKP Scorpio, Deutschland), Codruta Vulcu (CEO, ARTmania, Rumänien)

Moderator: Greg Parmley (Managing Director, ILMC - IQ Magazine, Großbritannien)

Hier geht es zum Programm.

Wie jedes Jahr wurde beim Reeperbahn Festival die laufende Festival Saison unter die Lupe genommen. Dieses Jahr waren die Hauptthemen die Angst vor terroristischen Attacken sowie der Anstieg der gemeldeten Sexualstraftaten bei Festivals. Beides hätte zur Folge, dass das Sicherheitsaufgebot in nie dagewesenem Ausmaß erhöht werde. Wie geht das Publikum mit den strengeren Durchsuchungen um?

Stephan Thanscheidt, MD von FKP Scorpio, sagte, dass sich die Wahrnehmung von Sicherheit wandle. „Sicherheits-Checks bei unseren Events diesen Sommer waren viel umfangreicher als zuvor. Doch die Leute wollte es so, wir hatten sogar Beschwerden von einigen, die sagten, sie seien nicht gründlich genug durchsucht worden.“

Mikołaj Ziółkowski, vom polnischen Veranstalter Alter Art sagte, dass seine Events bereits seit längerem mit einem enormen Sicherheitsapparat über die Bühne gingen und er deshalb nicht viel ändern musste. Der Mediendruck habe jedoch zu Extra-PR-Maßnahmen geführt, um die Sicherheitsmaßnahmen dem Publikum näher zu bringen. Einige Künstler hätten weitere Maßnahmen gefordert, die sich als unnötig herausstellten, etwa Hunde auf der Bühne.

„Ich denke, wir sollten unsere Erfahrungen wie man Festivals sicherer gestalten könnte teilen,“ ergänzte er.

Melvin Benn, MD von Festival Republic, war an der Organisation des One Love Manchester-Konzerts beteiligt, das im Gedenken an die Opfer der Attacke auf das Ariana Grande Konzert in der Manchester Arena veranstaltet wurde. Das Projekt, das in zehn Tagen aus dem Boden gestampft worden sei, sei eine Demonstration von Widerstandsfähigkeit, so Benn.

„Wir werden nicht verschwinden, wir werden uns nicht besiegen lassen, wir sind Bereit, unseren Mann zu stehen und unsere Kultur zu bewahren.“

Auch die Sättung des Festival-Markts wurde thematisiert. Thanscheidt war der Meinung, dass es keinen Platz mehr für das klassische Festival gebe, dass diejenigen mit neuen Ideen und Konzepten jedoch durchaus noch eine Chance hätten. Neben der Konkurrenz um Ticketkäufer sei die größte Herausforderung für bereits etablierte Veranstaltungen die steigenden Gagen der Headline-Acts so Thanscheidt.

Was Sexualstraftaten angehe war sich das Panel einig, dass man sein Bestes gebe, sowohl Besucher als auch die Festivalmarke zu schützen. FKP Scorpio führte in diesem Jahr ein neues System ein: Festival-Besucher, die sich belästigt oder verängstigt fühlten, kontten jedem Festival-Mitarbeiter eine kodierte Frage stellen („Wo geht’s nach Panama“), die dem Mitarbeiter signalisierte, dass die Person Hilfe brauchte – ohne dass gleich alle davon mitbekamen.

Die wichtigste Aufgabe sei es, darüber zu sprechen, so Ziółkowski. „Die meisten unserer Gäste sind Frauen, wir müssen also einen Weg finden, [das so etwas nicht mehr], um unsere Events für alle sicherer zu machen.“

Zurück

Filtern

{[{filter.countIds}]} Ergebnisse