Hartwig Masuch - A Better Deal


21. Sept. 2017 @ Schnittchen (Klubhaus St. Pauli)

Sprecher: Hartwig Masuch (CEO, BMG Rights Management, Deutschland) 

Moderator: Ralph Simon (CEO & Founder; Chairman Emeritus & Founder, The Mobilium Advisory Group; Mobile Entertainment Forum - Americas, Großbritannien)

Hier geht es zum Programm.

 
Über fast ein ganzes Jahrzehnt hat sich der Verlag/das Label BMG zum viertgrößten Musikunternehmen der Welt entwickelt. Nummer-eins-Alben in Großbritannien und den USA, hochkarätige Signings wie die Rolling Stones, Robbie Williams und The Prodigy. Ein Schlüssel des Erfolgs sei Transparenz und Fairness, sagte BMG-CEO Hartwig Masuch während seines Interviews am zweiten Tag des Reeperbahn Festivals.

BMG gehört der Bertelsmann Music Group. Bertelsmann hatte schon einmal den Schritt ins Musikgeschäft gewagt, damals mit dem Labels RCA, Arista und Zomba, die Mitte 2000 an Sony verkauft wurden. Der Grund dafür sei gewesen, so Masuch, dass man realisiert habe, dass die digitale Revolution die Beziehung zwischen Künstlern und denen, die sie repräsentierten, transformieren würde.

Masuch erkannte, dass diese Beziehung „viel transparenter, globaler“ sein würde, und dass man als Musikunternehmen damit umgehen müsse. „Wir stiegen also aus der Musikindustrie aus und begannen von vorn.“ Die Vorgabe von Bertelsmann lautete damals: „Wenn ihr nicht die Fairsten im Musikgeschäft seid oder wenn wir euch beim Betrügen erwischen, verkaufen oder feuern wir euch!“

BMG verspricht seinen Künstlern fairere Deals als sie bei anderen Major-Companies erhalten würden. Dazu zählt, Versprechen einzuhalten, mit Hingabe zu arbeiten und die Künstlern frei entscheiden zu lassen, wie sie ihre Einnahmen investieren möchten. „Fair hat eine Menge Dimensionen. Für uns ist relevant, wie verlässlich und engagiert du bist in dem was du versprochen hast zu tun,“ erklärte Masuch. Eine faire Deal bedeute für sein Unternehmen, sich am Ende eines Gesprächs deutlich zu verpflichten, mit Zahlen, die das belegten. Für Künstler sei dies entscheidend.

Ein weiterer Aspekt sei, dass man nur so viel Geld von den Einnahmen des Künstlers einbehalte, um die Infrastruktur von BMG aufrecht zu erhalten und profitabel zu sein. Die übrigen 75% stünden dem Künstler zur Verfügung, um in die eigene Karriere zu investieren, was auch immer das heiße.

Diese Einstellung hat BMG Label- und Verlagsdeals mit einer Vielzahl an Künstlern beschert, darunter Janet Jackson, Frank Ocean, Bruno Mars, Max Giesinger und Dustin Lynch. Mit Jackson und Blink 182 landete BMG im vergangenen Jahr zweimal an der Spitze der US-Alum-Charts. Dank der Akquisition von Chrysalis, Virgin, Mute und Sanctuary hat das Unternehmen eine weltweite Präsenz.

Darüber hinaus hat BMG Broken Bow Records aus Nashville sowie dessen Mutterfirma BBR Music Group erworden. Masuch erhofft sich, dadurch britische und deutsche Künstler in die Heimat der Country-Musik zu exportieren und umgekehrt. „Die gesamte Musikszene in Nashville wurde über die letzen 15 Jahre heruntergespielt. Dies könnte ein Game Changer für uns sein,“ so Masuch.

Zurück

Filtern

{[{filter.countIds}]} Ergebnisse