Hit the Score


21. Sept. 2017 @ Private Cinema (East Hotel)

Sprecher: Christoph Becker (Managing Director, Constantin Music, Deutschland), Karsten Fundal (Composer/Arranger, Karsten Fundal, Dänemark), Eun-Zi Kim (Business & Legal Affairs, DCM, Deutschland), Michael Ohst (Managing Director, Bosworth Music / Music Sales, Deutschland)

Moderator: Annette Gentz (music agent and supervisor, Annette Gentz Music Arts, Deutschland)

Hier geht es zum Programm.

Christoph Becker (MD Constantin Music), Eun-Zi Kim (Business& Legal Affairs, DCM), Michael Ohst (MD Bosworth Music/Music Sales), Matthias Hornschuh (Komponist) und Moderatorin Annette Gentz (Annette Gentz Music Arts) sprachen über neue Tendenzen in Sachen Filmmusik.

Kim gab Einblicke in die Musikfindung für die deutschen Bibi und Tina-Filme. Anstatt sich einen Kinderkomponisten wie Rolf Zuckowski zu suchen, wählte man die anspruchsvollen Songwriter von Rosenstolz.

Kim, deren Verleih auch in die Filme Moonlight und Lion herausbrachte, sagte, beide Filme seien faszinierende Beispiele dafür, wie manche Songs im Gedächtnis der Zuschauer hängen blieben, andere wiederum gar nicht.

Woraufhin Hornschuh meinte: „Wenn der Soundtrack stark war, erinnert man sich vielleicht nicht gleich nach dem Film daran, aber er kommt Stück für Stück zurück. Wie Gerüche aus der Kindheit.“

Laut dem Komponisten sei Musik dann wirksam, wenn man sie gar nicht wahrnehme, wenn sie mit dem Film verschmelze. Aus diesem Grund seien wiederkehrende Minimal-Elemente sehr wirksam, weil diese stets auf die Erinnerung anspielten.

Als nächstes setzte sich Becker mit der Frage auseinander, ob Musik und Sound-Design verschmelzen dürften. Er kam zu dem Schluss, dass er darauf keine Antwort gebe. Was sei noch Musik? Was bereits ein Sound-Cluster?

Letztendlich gebe es ohnehin kein gut oder schlecht. Letztendlich sei die einzig entscheidende Frage, was dem Film diene.

Zwei TV-Serien, die von den Panellisten immer wieder als Positivbeispiele für die verwendete Musik genannt wurden, waren The Man In The High Castle sowie Broadchruch.

Gentz merkte an, dass zahlreiche Filme heutzutage klare Melodien und Themen vermeiden würden, und wollte wissen, ob sich das als Alternative zum Hollywood-Mainstream etablieren und so Jungproduzenten eine Leinwand bieten könne.

Die entscheidende Frage sei, so Becker, was sich in der Breite durchsetze. Hollywood stelle eine hohe Durchlässigkeit für neue Komponisten her, die neue Wege beschritten. Clint Mansell oder Trent Reznor seien hierfür Beispiele.

In Europa sei man nach wie vor eher versteift darauf, mit Komponisten zu arbeiten, die den klassischen Weg gegangen seien.

Am Ende der Session zitierte Gentz den nicht anwesenden dänischen Komponisten Karsten Fundal, der es nicht zum Panel geschafft hatte, jedoch im Vorfeld ein paar Fragen beantwortet hatte, so auch eine nach den Tipps für Nachwuchs-Komponisten.

Seine Antwort lautete: „Bleibe dir selbst treu und sei dir über deine Einschränkungen bewusst, nicht, um diese zu vermeiden – das ist unmöglich – sondern um dir voll über sie im Klaren zu sein und sie nicht uns Unterbewusstsein zu verdrängen.“

„Denke stets daran, dass Reverb genauso wichtig ist, wie die Noten. Du machst Film, nicht Musik.“

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