Melvin Benn – A Republic for Festivals


21. Sept. 2017 @ Schmidt Theater (Saal)

Sprecher: Melvin Benn (Managing Director, Festival Republic, Großbritannien)

Moderator: Greg Parmley (Managing Director, ILMC - IQ Magazine, Großbritannien)

Hier geht es zum Programm.

Melvin Benn, Managing Director von Festival Republic, begann seine Karriere als Veranstalter zu einer Zeit, als es in Großbritannien nur zwei Festivals gab: Glastonbury und Reading. Als letzteres bankrott ging, entschieden sich Benn und sein ehemaliger Geschäftspartner Vince Power dazu, das Festival wiederzubeleben.

Es sei eine fruchtbare Partnerschaft gewesen, die neben einem neu zum Leben erweckten Reading zur Gründung weiterer Veranstaltungen führte, darunter Tribal Gathering, Homelands, Phoenix und Creamfields. „Es verging kein Tag, an dem wir nicht über die Gründung eines weiteren nachdachten. Es war fantastisch,“ erinnerte sich Benn.

Nach 20-jähriger Partnerschaft trennte sich das Duo, und Live Nation kaufte 51% von dem, was heute als Festival Republik bekannt ist. Die Konkurrenz hat seit Benns Anfängen enorm zugenommen. Heute finden etwa 600 Festivals in Großbritannien statt, 25 davon gehören seiner Firma. Hat diese Sättigung seinen Job erschwert?

„Wir konkurrieren um jeden Act, Medienraum und Festivalrasen, den es gibt,“ antwortete Benn. „Man nimmt an, dass es für uns leichter ist, weil wir größere und mehr Events haben, doch das ist es nicht.“ Die Kontrolle liege einzig und allein beim Künstler und das sei gut so. „Ihr kommt, um die Bands auf der Bühne zu sehen, wir sind lediglich die Verbindung.“

Wenn es um das gründen neuer Events geht, verlässt sich Benn auf sein Bauchgefühl. Er sagt, die letzten 13 Jahre der Zusammenarbeit mit Live Nation und Denis Desmond – dessen Firma MCD die übrigen 49% von Festival Republic besitzt – seien die besten seiner professionellen Karriere gewesen.

Man müsse schon lässig bis unvernünftig sein, um Festival-Veranstalter zu werden. Festivals hätten keinen Geschäftssinn, solange sie nicht funktionierten. Die Risiken seien „irrsinnig hoch“, so Benn. „Aber wenn du ein solides Festival hast, dass dir, den Feiernden und den Bands viel Freude bereitet, macht es auch Geld.“ Dies könne allerdings eine Weile dauern und ein einziges schlechtes Jahr reiche oft aus, um das alles zunichte zu machen.

„Denis und ich verlassen uns auf unser Bauchgefühl, wenn wir entscheiden, ob etwas funktionieren wird oder nicht. Wir stellen uns die Frage, ob wir involviert sein wollen, ob es gut sei.“ Laute die Antwort ja, versuche man sein glück. „Mehr ist es nicht. Nach manchen Shows bereut man es, doch du kannst nicht jedes Rennen gewinnen.“

Benn verriet dem Publikum beim Reeperbahn Festival zudem, dass er an ein paar Ideen arbeite, die mit einem neuen Festival in Großbritannien, Irland und einem weiteren Teil Kontinentaleuropas zusammenhingen.

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