Ole Obermann

The Future of Music Streaming


22. Sept. 2017 @ Schmidt Theater (Saal)

Sprecher: Ole Obermann (CDO / Executive VP Business Development, Warner Music Group, US)

Hier geht es zum Programm.

Die Zukunft von Musik-Streaming stand am dritten Tag des Reeperbahn Festivals im Zentrum eines Vortrags von Ole Obermann, dem Chief Digital Officer der Warner Music Group.

Das Streaming-Format habe enorme kulturelle Bedeutung als Konsumform, die geographische Grenzen einreiße. Die Menschen streamten von überall auf der Welt. Sprache sei ebenfalls keine Einschränkung mehr, so Obermann.

„Streaming beseitigt Grenzen, die von Radio und traditionellen Medienformaten auferlegt wurden.“

Die damit verbundene steigende Reichweite bedeute, dass Künstler weniger Zeit benötigten, um ein großes Publikum zu erreichen – wie die aktuellen Erfolge von Danny Ocean, Lil Uzi Vert und Robin Schulz belegten. „Die Kraft von Streaming-Plattformen besteht darin, Künstler von überall in kurzer Zeit in die ganze Welt hinauszutragen.“

Laut Obermann werde diese Reichweite nur zunehmen. Aktuell zahlen etwa 130 Millionen Kunde weltweit für ein Streaming-Abonnement. Weitere hunderte Millionen warteten  in den Märkten Afrika, Asien und Lateinamerika, so der Executive. Auch in bereits etablierten Musikmärkten wie Deutschland, wo Streaming nur 15% des Markts ausmacht, herrsche noch enormes Wachstumspotenzial.

Kabel-TV beispielsweise kommt hierzulande auf 75% Marktdurchdringung. Es sei leicht, sich auszumalen, dass Streaming das Potenzial habe, auf das fünf- bis sechsfache zu wachsen. Hinzu kämen die etwa 1,5 Milliarden Menschen, die werbefinanzierte Streaming- und Video-Angebote nutzten – sofern man diese Nutzer davon überzeugt kann, für ein Abo zu zahlen.

Eine Befürchtung, die in der Welt von Streaming, Playlists und Singles oft zur Sprache kommt sei die, dass das Album überflüssig geworden sei. Jedoch erzählte Obermann, dass Warner nach wie vor hohe Albumverkäufe verzeichne. Vor allem die globalen Superstars verkauften noch 50% physisch bzw. als Download. Das Album sei nach wie vor der Kern des künstlerischen Schaffens und biete eine Menge Möglichkeiten für Derivate – etwa in Form von Snapchat-Objektiven, mit denen Singles, Videos und nutzergenerierte Inhalte angeteasert werden.

Stimmsteuerung werde die Art und Weise wie Fans mit Musik interagieren „auf positive Art drastisch verändern“, so Obermann. Musik werde stets der beste Use Case für sprachgesteuerte Lautsprecher sein, da diese sämtliche Hürden der Interaktion beseitigen würden. Und je besser und einfacher die Interaktion, desto eher würden Nutzer eines kostenlosen Streaming-Angebots zu zahlenden Kunden konvertieren.  

Musik sei heute der Disruptor und erde nicht länger von anderen Technologien zerrüttet. „Jede kundenorientierte Tech-Firma da draußen will unsere Musik in ihren Video und Diensten verwenden“, zog Obermann Fazit. Man befinde sich gerade erst am Anfang dessen, was sich als sehr positive Ära der Musikindustrie herausstellen könnte.

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