(Zwei-)Ohrkino

So kommt Musik in den deutschen Film


21. Sept. 2017 @ Angie's Nightclub

Sprecher: Milena Fessmann (Music Supervisor, Managing Director, Cinesong, Deutschland), Charlotte Goltermann (Partner, Music Consulting and Management, Musique Couture, Deutschland), Pia Hoffmann (Music Supervisor & Right Clearance, www.musicsupervising.com, Deutschland), Uli Kleppi (Music Supervisor, CookiesForAll, Deutschland)

Moderator: Johnny Haeusler (Owner/Founder, Spreeblick/re:publica/TINCON, Deutschland)

Hier geht es zum Programm.

Milena Fessmann (Music Supervisor & MD Cinesong), Charlotte Goltermann (Partner Music Consulting and Management Musique Couture), Pia Hoffmann (Music Supervisor & Right Clearance, www.musicsupervising.com) und Uli Kleppi (Music Supervisor CookiesForAll) unterhielten sich mit Moderator Johnny Haeusler (Owner/Founder Spreeblick/re:publica/TINCON) über das Tagesgeschäft eines Musik Supervisors.


Sämtliche Panellisten sind im Film-Geschäft tätig, da im TV-Bereich bislang noch weniger Budget für Musik, geschweige denn Musikberater, verfügbar war. Netflix und Co. seien gerade dabei, diese Situation zu ändern.

Der größte Kostenfaktor sei die Klärung der Rechte an einem Song. Da sich über die Musik in Deutschland oft erst zum Schluss Gedanken gemacht würden, sei in vielen Fällen kein Budget mehr vorhanden, um vernünftig arbeiten zu können, darin war sich das Panel einig. Laut Kleppi bekommen man oft zu hören, dass ein Künstler doch froh sein solle, in einem erfolgreichen Film mitspielen zu dürfen.

Es sei daher ein Segen, mit einem Regisseur zusammen zu arbeiten, der Musikliebhaber sei bzw. an einer Verfilmung, in der Musik eine wichtige Rolle spiele.

Laut Hoffmann sei das Budget weniger entscheidend, als die falschen Wünsche und Ansprüche der Beteiligten. „Ich kann auch mit 20,000 was machen, nur halt nicht so viel.“

Regisseure und Filmproduzenten suchten  in der Regel erst dann einen Musik-Supervisor auf, wenn es nicht mehr anders ging. Wenn sich beispielsweise herausstellte, dass der Bruder des Cutters keine Ahnung von Musik habe, obwohl er Keyboard spiele. In der Regel werde versucht, zusätzliche Ausgaben für einen Musik-Experten zu vermeiden.

Allein in Los Angeles arbeiteten mehr Musik-Supervisor als in ganz Deutschland, was den Stellenwert von Musik im Film deutlich mache – auch wenn LA natürlich einen viel höheren Output habe. Doch auch die Budgets machten deutlich, dass Popkultur in Deutschland einfach nicht so wichtig sei wie in den USA, so Goltermann.

Hoffmann erklärte, dass Musik-Supervising nicht mit gutem Geschmack zu tun habe. „Wir arbeiten im Dienste des Bildes. Das Bild ist der Star, wir versuchen das mit der Musik zu unterstützen. Was denken/fühlen die Zuschauer? Was will ich erreichen? Als allerletztes kommt mein persönlicher Geschmack.“

Einen klassischen Titelsong finden zu wollen, der den gesamten Film trage, sei laut Fessmann „90-Jahre-Denken“. Auch Kleppi war der Meinung, dass ein Song nur in den seltensten Fällen die Anzahl der Kinozuschauer erhöhen werde.

Wenn jedoch etwas Emblematisches gefunden werde, sei das natürlich toll, ergänzte Goltermann. Dafür sei es allerdings wichtig, dass das Lied noch nicht bekannt sei.

Von Musik-Libraries, in denen Musik nach bestimmten Genres und Stimmungen verschlagwortet ist, hielt das Panel nicht sonderlich viel. Hoffmann meinte, „alles was mit Musik und Filmen und Emotionen zu tun hat, kann man nicht verschlagworten.“

Zurück

Filtern

{[{filter.countIds}]} Ergebnisse