
Tim Isfort
Tim Isfort, 1967 in Mannheim geboren und in Moers aufgewachsen, begann seine künstlerische Laufbahn als Bassist, Komponist und Arrangeur mit Wurzeln in der Moerser Szene. Nach einem Studium des klassischen Kontrabasses in Essen und des Jazz-Basses in Arnheim erarbeitete er sich ab 1995 als Gründer des "Tim Isfort Orchesters", Produzent eigener Studio-Projekte sowie durch Kollaborationen mit Größen wie Blixa Bargeld rasch einen Namen im Bereich der improvisierten und zeitgenössischen Musik. Über Jahrzehnte hinweg bewegte er sich vielseitig zwischen Theatermusik, spartenübergreifenden Kulturprojekten, internationalem Kulturaustausch (u. a. in Myanmar und dem Kongo) sowie der Leitung renommierter Formate wie dem Duisburger Traumzeit-Festival oder dem von ihm mitbegründeten Platzhirsch Festival. Ende 2016 übernahm Isfort die künstlerische Leitung des traditionsreichen moers festivals, das er seither durch mutige Konzertformate, gesellschaftspolitische Diskurse, die nachhaltige Sicherung der Festivalstrukturen und innovative Ansätze wie das Pay-What-You-Want-System neu ausrichtete. Dessen zeitkritischen, freiheitlichen Anspruch unterstrich er auch bei den jüngsten Ausgaben: Während er 2025 mit dem aufsehenerregenden „Boulevard der Stille“ und vier schwarzen Stelen das bundesweite Club- und Festivalsterben sichtbar machte, holte er die 55. Jubiläumsausgabe 2026 wieder mitten in die Moerser Innenstadt – und setzte mit der kühnen Beschallung der Konzertpausen durch vielschichtig überlagerte Trump-Reden ein unüberhörbares künstlerisch-politisches Zeichen.