
Capuze
Als Mitglied des Kollektivs Freche Gesellschaft zieht Capuze schon seit einigen Jahren durch den Deutschrap-Untergrund und ist Beat-Connaisseuren vor allem als sichere Bank für scharfsinnige Reime und fluide Jazz-Einflüsse bekannt. Der Text-Techniker aus Saarbrücken dropped über die Jahre Kollaborationen wie „Bismarcks Vater & Der Augenstecher“ (2020) mit Terfak oder „Fugazi“ mit Limid und entwickelt sich auch auf seinen Solosachen kontinuierlich weiter. Analysen zur eigenen Lebensrealität werden hier mit historischen Reflexionen garniert, die Dankbarkeit gegenüber den Atzen aus der Gang von Battle-Bars über das peinliche Gebaren im Mainstream ergänzt. Capuze bewegt sich damit in der Tradition des frühen deutschen Hip-Hops, der souverän musikalische Kreativität mit trockenem Humor und frischen Perspektiven verrührt. Das Mic in der einen Hand, der Jazzbesen in der anderen und das Akai MPC neben Kaffee und Kippen platziert, zählt dieser Typ nach wie vor zu den derb unterschätzten Rap-Künstlern zwischen Rostock und Rosenheim. Wer's nicht glaubt, darf sich im September selbst von seinen Qualitäten überzeugen.

