
EFEU
Stickige Konzertnächte, die in der Amnesie des Moments verschwinden – und einen trotzdem nicht mehr loslassen. Eine „Aggressive Melancholie“ macht sich auf der „Verliererstraße“ breit, während Efeu allen über den Kopf wachsen. Die Wiener Kapelle manövriert schweißtreibende Konzertabende mit menschlicher Empathie für alle, die an den Lebensentwürfen der Gegenwart scheitern und auf Glanz und Gloria verzichten können. Wer braucht das schon? Songs wie „Teer & Gras“ oder „Feuerwehr > Polizei“ (2023) spielen stattdessen mit der Doppeldeutigkeit der Texte, die von Sänger Julian Irrenfried in klagendem Falco-Tenor intoniert werden und ergehen sich in schroffem Indie-Rock mit imperfekter DIY-Ästhetik. Das Debütalbum „EGAL“ (2024) konnte diesen Impetus der Resignation in genussvollen Hooks und Melodien zum Mitheulen auf den Punkt bringen und Efeu damit zu einer bitter nötigen Band für unsere orientierungslose Gegenwart machen. Kraft spendet diese Musik, gerade weil sie vom Widerspruch erzählt, vom Aufbruch und Aufgeben, vom Fallen und Aufstehen. Live ein unnachahmliches Erlebnis.

