Portrait GB
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GB

Concert
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Concert
Indie
DK

Experimenteller Art-Pop als Zeitmaschine? Oder doch lieber als Vehikel für das zerrissene Innenleben? Vielleicht beides. Ein Seelenstriptease mit kompositorischem Ehrgeiz ist die Musik von Gustav Berntsen aber in jedem Fall. Der Singer-Songwriter aus Kopenhagen lässt sich seit dem begeistert rezipierten Debüt-Album „Gusse Music“ (2024) ganz gezielt nirgendwo einsortieren und zelebriert den eigenen Eklektizismus in jedem Song aufs Neue. Mal sitzt da ein vierköpfiges Kammerorchester in einer staubigen Stube, streicht vor dem inneren Auge in bitterer Agonie. Dann taucht eine Akustikgitarre auf, die Szenerie wird ländlich, klingt nach Heimkehr. Im nächsten Moment spannen sich Ambient-Flächen auf, werden schwer und schwerelos, bevor eine Stilminiatur später alles nach diesem einen verschollenen Bedroom-Indie-Juwel aus den 90ern klingt, das einem aus irgendwelchen Gründen über drei Jahrzehnte entgangen ist. Als GB bedient der Däne diese Bilder, diese Klaviatur der Emotionen mit entrückter Eleganz und überrascht Song für Song mit Ideen, die nicht absehbar waren, dann aber total Sinn ergeben. Auch auf dem Mixtape „Falter“ (2025) kann er vergangenes Jahr beweisen, dass diese unbändige Kreativität keine Momentaufnahme, sondern sein modus operandi ist. Macht er so weiter, ist hier folgerichtig noch ganz Großes zu erwarten. Mit Sicherheit aber ein denkwürdiger Auftritt bei uns im September.

Image: Samuel Wilson
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