
HOLLI
Wortreich wie ein Poet und gewandt wie eine Taube auf den Dächern Wiens singt Tobias Paal unter seinem Alias Holli über die Stadt seines Herzens, die Stadt, die er Heimat nennt. Und wie so oft, hat auch die eigene Heimat ihre Schattenseiten, ihre Dämonen, ihre Geschichten des Scheiterns. Der Liedermacher ziert sich jedoch gerade nicht, diese auf seinem Debütalbum „Der erste gute Tag“ (2023) ähnlich eloquent zu benennen wie im Text von Singles á la „Sch€!$$ Stadt“ (2024). Indie Folk und Ambient, Art Pop und Folktronica fallen zwischen Wein und Kippen ineinander, sind mal als differente Stileinflüsse präsent, dann aber auch wieder als eine kombinierte Adaption der reichhaltigen Liedermacher-Tradition der Kulturmetropole erkennbar. Dazwischen und darunter werden auch existenzielle Themen mit biografischem Charakter, Alltagsbeobachtungen in ironischer Distanz und der Irrsinn urbanen Lebens nebst der gebotenen Portion Sarkasmus verhandelt. Minimalistisch und knietief in der DIY-Mentalität eines Ludwig Hirsch verwurzelt, mausert sich Holli so über die Jahre zu einem der interessantesten und experimentierfreudigsten Musiker in der gegenwärtigen Songwriter-Szene Wiens und kommt nun mit frischem Liedgut wie „Eins“ oder „Prophezeiung“ (2026) erstmals zu uns nach Hamburg.

