
JEWLS
Ein verregneter Nachmittag in Köln, eine Songwriterin mit besonderem Gespür fürs Transgressive und Abseitige erforscht die dunklen Gassen menschlicher Existenz. Julia Woll verziert sie als Jewls mit Schwarzlicht und Efeuranken, entwirft die Musik einer menschengemachten Welt, die an ihrem Hunger nach immer mehr zu ersticken droht. Im Sound der Sängerin und Songwriterin geht der cineastische Alt-Pop einer Lana del Rey ebenso auf wie die eklektisch produzierten Sampling-Meisterwerke von Caroline Polachek oder der barocke Glam Rock von The Last Dinner Party. Allerdings präsentiert Jewls dabei eine gänzlich eigene Fusion verschiedener Stilsprachen, die schon auf dem Debütalbum „There Is No Sunset“ (2023) mit einer ungemeinen Sogkraft bezirzt und begeistert. Denn trotz des Nebels, entgegen aller Melancholie und Dunkelheit, dringt hier eine Wärme durch Gitarren und Synths, die wie die Umarmung eines geliebten Menschen Trost zu spenden vermag. Auch auf der letztes Jahr veröffentlichten EP „We've Invented Speed“ (2025) und der jüngsten Single „The Crushed“ (2026) kann Jewls diese Qualitäten ihres Songwritings geltend machen und mit viel Liebe für Produktionsdetails fortentwickeln. Eine Künstlerin von besonderem Format, die wir gerade hierzulande nur selten derart stilbewusst und eigenwillig erleben.

