
Scúru Fitchádu
Ein Mann trägt den Protest nicht nur auf die Straße, sondern genau dahin, wo er punktuell die größte Wirkung entfaltet: in den Club. Scúru Fitchádu ist kapverdisches Kreol und bedeutet so viel wie „tiefes Schwarz“. Ein Name, der nicht nur auf die Wurzeln des Künstlers verweist, sondern auch einen singulären Sound beschreibt, den der Portugiese seit nunmehr einer Dekade zusammenschweißt. Hier prallt angolanischer Batida auf Synth Punk, kapverdischer Funaná mit ritueller Gewalt auf Digital Hardcore und Rap Metal, fusioniert unter dem Druck eines Dampfhammers. Schon die ersten Alben „Un Kuza Runhu“ (2020) und das komplett abgefahrene „Nez Txada Skúru dentu skina na braku fundu“ (2023) zelebrieren diese disruptive Ästhetik, in der Einflüsse zu brachialen Crossovers verschmelzen – zu einer Art Antipop, der die verblendete Wellness des Westens den kolonialen und nur allzu realen Antagonismen der Restwelt gegenüberstellt. So steht auch das letztes Jahr veröffentlichte dritte Album „Griots | Riots“ (2025) musikalisch und konzeptionell unter dem Banner der Rebellion gegen eine mörderische Weltordnung, die dringend endgültig überwunden werden muss.

