
Señora Biónica
Ein Aufschrei gegen die unerfüllten generationenübergreifenden Versprechen der letzten Dekaden, die Frustration einer gestohlenen Zukunft und die Kritik einer kaputten Gegenwart channeln Señora Bionica in einen verrauchten Post-Punk-Sound für noch düstere Zeiten. Das Quartett aus Madrid wird im Wohnzimmer einer WG geboren und wächst von da zu einem vielfach inspirierten Bandprojekt mit ausgeprägter DIY-Philosophie. Einflüsse reichen von Joy Division und den Viagra Boys über Molchat Doma bis zu eher untergründigen politischen Punkbands Spaniens wie Ilegales oder Paralisis. Dass spanische Eliten und die politische Geschichte des Landes dabei nach allen Regeln der Kunst ins Visier genommen werden, versteht sich von selbst. In Songs wie „Contemporánea“ oder „MDMADRID“ (2025) kommen aber auch dreckige elektronische Einflüsse zum Tragen, die der düsteren Atmosphäre dieser Songs eine tanzbare Note verleihen. Nun ist mit „La Señora Bionica tiene razón“ (2026) ein Brecher von einem Debütalbum erschienen, in dessen Gefolge diese Kombo nicht nur in Spanien für schweißtreibende Club-Gigs sorgen wird, an die sich das Publikum noch Jahre erinnert. In Hamburg bekommt ihr Ende September eine der seltenen Gelegenheiten, Teil dieser Erfahrung zu werden.

