Keychange


Fokustag am 5. November 2020

Vom 2.-8. November findet die erste deutsche „Keychange Week“ statt, in deren Zentrum die Keychange-Digitalkonferenz am 5. November steht. Über die Konferenz Streamingplattform kann man teilnehmen und sich mit anderen Teilnehmer*innen austauschen, einige Panels und Interviews werden zusätzlich per Livestream auf der Facebookseite zu sehen sein.

Das Programm

13:30 - 14:20 Uhr: Welcome & Panel "Quo Vadis Quote" (Konferenzplattform + Facebook Livestream)
mit Alexander Schulz (CEO Reeperbahn Festival, Initiator Keychange Pledge), Karin Heisecke (Leiterin MaLisa Stiftung), Christian Berg (Geschäftsführer Allbright Stiftung), Antje Schomaker (Singersongwriterin), Moderation: Lena Ingwersen (Projektmanagerin Music Cities Network, Keychange Talent)

Mit der Unterzeichnung der Keychange Pledge kann man sie zum Ziel erklären: Die Quote. Brauchen wir einen definierten Prozentsatz weiblicher Artists auf Festivals, in Labels und Co.? Und wenn ja, wie? In diesem Panel diskutiert Alexander Schulz, Initiator der Keychange Pledge und Geschäftsführer des Reeperbahn Festivals, das sich einer 50-%-Quote bis 2022 im eigenen Line-up verschrieben hat. Für eine Gesellschaft, in der sich alle Geschlechter frei entfalten können, setzt sich die Leiterin der MaLisa Stiftung, Karin Heisecke, ein. Mit ihnen wirft außerdem Christian Berg von der Allbright Stiftung einen gesamtwirtschaftlichen, internationalen Blick auf das Thema. Direkt aus der Branche stammend, debattiert auch Antje Schomaker mit. Sie singt nicht nur auf den Bühnen des deutschen Pop, sondern setzt sich auch für Geschlechtergerechtigkeit dahinter ein. Moderiert wird das Panel von Lena Ingwersen, die mit einer Innen- und Außenperspektive auf die Musikindustrie gekonnt nachzuhaken weiß.

14:20 - 15:00 Uhr: Keynote-Interview mit Alin Coen: Culture as a driving force for political change (Konferenzplattform + Facebook Livestream)
mit Alin Coen (Musikerin), Moderation: Hadnet Tesfai

Wer Alin Coen zu Kultur als treibende Kraft für politischen Wandel befragt, spricht mit einer Popkünstlerin genauso wie mit einer politisch engagierten Frau. Alin Coen ist die musikalische Karriereleiter schnell emporgeklettert, um dann Halt zu machen und sich den rasend schnellen Zyklen des Musikbusiness zu entziehen. Sie hat zwischenzeitlich bei Greenpeace Hamburg gearbeitet, wuchs aber auch an ihrem Selbstverständnis als Frau in der Musik. Heute ist sie überzeugt, die erklommene Leiter müsse eine Räuberleiter starker Frauen sein, eine Aufstiegshilfe. Sie ist engagiertes Mitglied des Netzwerkes „Music Women Germany“ und schart bewusst talentierte Frauen um sich, egal ob auf ihrem neuen Album oder beim digitalen #musicwomenwednesday. Die Moderation des Keynote-Interviews übernimmt Hadnet Tesfai, die kluge Fragen zum Beispiel auf dem Wacken Festival oder in ihrer vielbeachteten Talkreihe „Sitzplatzreservierung“ stellt.

15:00 - 16:00 Uhr: Workshop mit Sarah Dessai: Die Ruhe im Sturm – Die Kraft der Meditation (exklusiv auf der Konferenzplattform)

Sarah Dessai begibt sich mit ihren Zuhörer*innen in einen Zustand, den sie die „Ruhe im Sturm“ nennt. Den Sturm der Musikbranche kennt die heutige Prozessbegleiterin gut: Sie war Labelmanagerin für Jive Germany, hat bei Universal Music Austria gearbeitet und ihre eigene Agentur „The Heart Art“ gegründet. Sie versteht die komplexen Strukturen der Branche; weiß um lange Tage, knappe Deadlines und die Ansprüche anderer und dem kritischen Selbst. Heute ist sie als Life Coach und Podcasterin tätig und gibt anderen mit, was sie über Selbstwirksamkeit gelernt hat. In dem Format „Ruhe im Sturm – Die Kraft der Meditation“ führt sie in einer Keynote in Themen wie Balance und Achtsamkeit ein, motiviert ihre Gäste zu praktischen, alltagstauglichen Übungen und beantwortet anschließenden Fragen mit viel Empathie. Sie präsentiert Techniken, die dabei helfen, die eigene Position innerhalb des Sturms zu reflektieren und aktiv mitzubestimmen.

16:00-17:00 Uhr: Panel "Female Leadership" (Konferenzplattform + Facebook Livestream)
mit Kristina Lunz (Gründerin Centre for Feminist Foreign Policy), Nadin Lefkeli (Managing Director White Horse Music), Christin Siegmund (CEO Footlab Hamburg), Manuela Sayin (Mitgründerin Matched.io), Moderation: Hadnet Tesfai

Im Panel „Female Leadership“ sitzen vier inspirierende Frauen, die eins gemeinsam haben: Sie befinden sich in einer Führungsposition. Die Bereiche, in denen sie das tun, sind hingegen divers. Kristina Lunz, selbstbetiteltes „Arbeiterkind“ mit Oxfordabschluss, ist Gründerin des Centre for Feminist Foreign Policy, das sich für eine feministische Außenpolitik einsetzt. Mit ihr auf dem Panel sitzt Nadin Lefkeli, die als Managing Director und Teil der Geschäftsführung bei White Horse Music passgenaue Verbindungen von Musiker*innen und Marken herstellt. Außerdem teilt Christin Siegmund ihre Geschichte als Gründerin des Foodlab Hamburg. Sien vereint hier ihre Liebe zu gutem Essen, ihre langjährige Marketingexpertise und ihre Überzeugung vom Netzwerk. Die vierte Speakerin erweitert das Gebiet um eine technische Komponente: Manuela Sayin ist Mitgründerin der Plattform Matched.io, die Entwickler*innen und Firmen bedürfnisorientiert zusammenbringt. Moderatorin Hadnet Tesfai führt mit ihrem breitgestreuten gesellschaftlichen Interesse durch den Dialog.

We bring underrepresented genders in the music industry to the main stage!

Keychange ist eine Bewegung, die talentierte, unterrepräsentierte Geschlechter mit Schulungen, Mentoring und Netzwerkunterstützung sowie Konferenzen und Präsentationsmöglichkeiten auf Partnerfestivals unterstützt. Von 2019 bis 2024 leitet das Reeperbahn Festival die zweite Phase der Initiative Keychange 2.0 in enger Abstimmung mit der britischen PRS Foundation und dem Musikcentrum Öst (Schweden). Alexander Schulz (CEO Reeperbahn Festival) ist Gründer der 50/50-Pledge für Festivals und Musikorganisationen.

Erfahre hier, was du tun kannst, um die Bewegung zu unterstützen.

Hier kannst du nachlesen, wie alles begann.

„Gleichstellung in der Musikindustrie ist natürlich extrem wichtig – für uns alle. Es ist ein Menschen-Thema, nicht nur ein Frauen-Thema. Es macht die ganze Welt interessanter, weil es einen vollumfänglicheren kreativen Output gibt. Um ehrlich zu sein: Ich glaube, wir haben noch viele Kämpfe vor uns.
Ich möchte einfach ein Teil dieses Wandels sein.”

Kate Nash, Künstlerin und Keychange-Botschafterin, woofmusic

„Ich mag einfach die Idee eine Plattform zu haben, auf der wir unsere Erfahrungen teilen können. Auf einem emotionalen Level, aber auch auf Basis von Zahlen und Fakten. Das brauchen wir, um über die Ungleichheit in der Musikwirtschaft zu sprechen. Wenn wir Zahlen und Fakten haben, wird es
einfacher zu kommunizieren und Menschen dazu zu bringen, drüber
nachzudenken – und mit uns diese Entwicklung voranzubringen, die alle voranbringt.“

Joy Denalane, Künstlerin und Keychange-Botschafterin

„Es geht nicht nur um Frauen, es geht nicht um Männer. Es geht nicht einmal um die Frage, ob wir Frauen oder Männer sind – da gibt’s eine Menge mehr. Es geht darum herauszufinden, was wir wirklich sind, non-binär, und wir selbst zu werden. Es geht um uns alle.“

Peaches, Künstlerin

„Ich glaube eine Sache, die aus dem Keychange-Versprechen folgen kann, ist zu wissen, dass die Diversität des Denkens unglaubliche Kunst kreiert. Und hoffentlich hilft dieser Pledge dabei diese große und wichtige Idee zu fördern.“

Puja Patel, Chefredakteurin, Pitchfork

„Ich durfte mit vielen talentierten Künstlerinnen zusammenarbeiten und ich würde gerne mehr junge Frauen sehen, die ermutigt werden, Musik zu ihrer Karriere zu machen. Wäre es nicht großartig für uns alle, in naher Zukunft eine Gleichverteilung zwischen Männern und Frauen auf den Bühnen
und Panels zu erreichen?“

Tony Visconti, Produzent und Musiker

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