
Moritz Simon Geist | Hard Times - Soft Sounds
Hard Times – Soft Sounds“ ist eine intime Klanginstallation von Moritz Simon Geist, die Objekte aus dem Meer als ökologisches Klanginstrument präsentiert. Gefundene, geschenkte und gebrauchte Muscheln aus aller Welt werden mit Wasser gefüllt und in Zeitlupe bewegt, wodurch ASMR-inspirierte Klänge entstehen. Es kommen weder Lautsprecher noch Mikrofone zum Einsatz – stattdessen wird jede Muschel zu einem eigenständigen akustischen Instrument. Bis ein Freund dieses Phänomen entdeckte, war dieser Klang weitgehend unbekannt: Die sich drehende Muschel versetzt Luftblasen in Bewegung, was zu einem zarten, sich wiederholenden und ständig wechselnden Ton führt und zum tiefen, aufmerksamen Zuhören einlädt. Das Werk entstand während der Pandemie als Reflexion über Langsamkeit, Wiederholung und die fragile Rolle der Schönheit in schweren Zeiten und entfaltet sich als postdigitale Meditation über Ökologie und Technologie.
Moritz Simon Geist ist bildender Künstler, Forscher und Musikproduzent, dessen Arbeit sich auf die Schnittstelle von Robotik, physikalischem Klang und algorithmischer Handlungsfähigkeit konzentriert. In seiner Praxis erforscht er den Übergang von funktionalen mechanischen Instrumenten zu autonomen Einheiten und untersucht dabei die Materialität sowie die psychologischen und ästhetischen Bedingungen der Mensch-Maschine-Interaktion. Auf der Grundlage seiner wissenschaftlichen Arbeit in den Bereichen Halbleiterphysik und Robotik zerlegt Moritz Simon Geist komplexe technische Systeme, um die Fragilität von Materialien und das Verhalten von Algorithmen zu untersuchen. Seine künstlerische Entwicklung hat sich von performativen kinetischen Installationen hin zu großformatigen autonomen Skulpturen verlagert, die künstliche Intelligenz und Computer Vision nutzen, um mit ihrer Umgebung in Interaktion zu treten.